Wir gingen hinaus ins Raucherareal, ein kleiner
abgegrenzter Bereich im Hof, in dem großes Gedränge herrschte. Wir fanden einen
Platz an der Gebäudemauer, wo wir, wie ich hoffte, vor fremden Ohren etwas
geschützter waren. Ich bot ihr eine Zigarette an.
Sie zitterte. Es war einer jener, in diesen
Höhen seltenen lauen Sommernächte. Auf 800 Metern Meereshöhe war es normalerweise
angebracht selbst mitten im August, wo unten in der Stadt die Menschen ob der
Schwüle stöhnten, einen leichten Pullover oder Jacke mitzunehmen, wenn man sich
hier oben im Freien aufhielt. An jenem Abend konnte man aber getrost darauf
verzichten. Es war angenehm warm. Der Nutzen meiner Baumwolljacke, die ich
dennoch um die Hüften gebunden trug, sollte sich erst später erweisen.
Es konnte also nicht an der Kälte liegen, dass
ihre Hand vibrierte, als sie die Zigarette ins von mir angebotene Feuer hielt.
Sie ist aufgeregt, dachte ich mir, aus irgendeinem Grund nervös. Ich konnte mir
keinen Reim darauf machen, war sie mir bis dahin doch als selbstbewusst freche
Frau erschienen, die nichts so leicht aus der Bahn werfen konnte.
Sie war auch keine Raucherin, das sah man
gleich. Sie paffte mehr, als dass sie zog. „Wieso weißt du überhaupt, dass ich
rauche?“, fragte ich sie. Schließlich war es ja sie gewesen, die mich aufs
gemeinsame Zigarette-Rauchen gebracht hatte. „Ich hab dich schon vorhin
gesehen. Du bist bereits mindestens dreimal Rauchen gegangen, seit du da bist.“
Ich lachte. „Also bist du es, die mich verfolgt?“ „Ich weiß nicht. Aber du bist
mir schon den ganzen Abend aufgefallen.“
Und wieder war da dieses Lächeln, das mich schon
seit ich sie das erste Mal gesehen hatte immer wieder in ihren Bann zog. Aber
es hatte sich leicht verändert. Das freche Kokette und Fordernde von vorhin
fehlte. Die offene Aufforderung zum Flirt in ihren Augen, mit der sie mich fast
unverschämt selbst in Anwesenheit ihres Mannes angesehen hatte, war dahin.
An dessen Stelle war etwas neues, weitaus
betörenderes getreten. Undefinierbar für mich, aber von unmittelbarer Wirkung
auf meinen Körper, der das inzwischen wieder zum Großteil ins Gehirn
zurückgekehrte Blut, wieder in rasendem Tempo Richtung Becken zu pumpen begann
und mich erneut zwang, meinen in das Hosenbein gerutschten Lümmel möglichst
unauffällig durch einen Griff in die Hosentasche wieder nach oben zu drehen und
damit seine zunehmende Standhaftigkeit zumindest ein wenig zu verschleiern.
Unnütz zu erwähnen, dass ihr diese Aktion nicht
verborgen blieb. Ich stand da, an die Hausmauer gelehnt, und sie nur einen
halben Meter vor mir. Breitbeinig, den Blick gesenkt. Sie hob nur kurz ihren
Kopf, blickte mir in die Augen, lächelte bestätigend, und senkte ihn erneut. Wenn
ich bis dahin noch gezweifelt hatte, so war es mir jetzt glasklar: Sie wollte
mich! Sie wollte IHN!
Und ich wollte sie! Ich wusste noch nicht, wie
wir das bewerkstelligen sollten, schließlich war ja ihr Mann nicht weit und ich
konnte mir nicht vorstellen, dass er nicht früher oder später hier auftauchen
würde, um nach ihr zu sehen. Ihr Interesse an mir konnte ihm während der kurzen
Begegnung am Eingang zum Saal unmöglich verborgen geblieben sein. Je länger wir
also hier waren, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass er sie unter irgendeinem
Vorwand von hier weg holen würde. Ich konnte deshalb auch schlecht mit ihr
einfach irgendwohin verschwinden. Das Aber ich war mir nun sicher, irgendwie
würde ich in dieser Nacht noch IN ihr landen!
Wäre ich nur nicht so exponiert da gestanden, ich
hätte meine Hand aus der Hosentasche nehmen und ihr den genüsslichen Anblick
meiner Schwellung erleichtern können. Jedwedes Gefühl von Peinlichkeit ihr
gegenüber war nun dem Drang gewichen, ihr meine Erregung zu präsentieren, zur
Schau zu stellen. Eine bewusste Aufforderung an sie, IHN in die Hand, in den
Mund zu nehmen. Mein Kopfkino begann zu rasen. Und durch die fehlende Unterhose
waren auf meiner hellen Hose die ersten, von meiner Sehnsuchtsflüssigkeit
verursachten nassen Flecken zu erkennen.
Die Positionen tauschen war die einzige
Möglichkeit, mein steifes erotisches Aushängeschild und die verräterischen
feuchten Markierungen aus dem Blickfeld der uns umgebenden Menschenmenge zu
nehmen. „Wollen wir tauschen?“, fragte ich sie mit konspirativer Mine. Dabei
drehte ich mich auf die Seite, um Platz zu machen, zeigte mit einer Hand auf
sie Stelle, die sie einnehmen sollte, mit der anderen führte ich sie, ihren
Oberarm berührend, mit sanftem Druck dorthin.
Ein leichtes Beben, eine kurze zitternde Welle,
ausgelöst durch meine Berührung, durchzog spürbar ihren Körper. Einige schnelle
heftige Atemzüge verrieten endgültig ihre Erregung. Widerstandslos ließ sie
sich von mir an die Stelle an der Wand führen, an der ich vorhin stand. Ihr
Haupt blieb die ganze Zeit gesenkt.
Nicht ohne vorher meinen Schwanz in eine besser
sichtbare Position zu bringen, zog ich die Hand aus der Tasche und gab die
Sicht auf Beule und Flecken frei.
Ihre Hände flach an den Putz krallend, lehnte
sie sich nun aufrecht und gerade an Wand, ohne den Blick von der Stelle zu
nehmen, an der mein Schwanz gerade seinen Kampf gegen die beengende
Umklammerung des Baumwollstoffes mit flüssigen Kampfstoffen zu gewinnen
versuchte.
Ihre Atemzüge schienen kürzer und rhythmischer
zu werden. Und ihre Stimme zunehmend gebrochener, leiser und zurückhaltender. Wir
waren ja die ganze Zeit nicht stumm geblieben. Unser Gespräch hatte mit dem
üblichen Frage und Antwort Spiel begonnen. Wer bist du? Was machst du? Usw.
Oberflächliches Geplänkel, das eher dazu diente, den uns umgebenden Leuten
gegenüber einen harmlosen Anschein zu wahren und unsere wahren Gedanken zu
verbergen.
Zumindest was mich betrifft, so war ich längst
gedanklich unter ihr Kleid geschlüpft und hatte mich bereits in meiner Fantasie
zwischen ihren Schenkeln vergraben. Ich kann mich kaum an das erinnern, was wir
geredet haben.
Dennoch, einiges weiß ich noch. Sie hieß Andrea.
„Aber der Name gefällt mir nicht“, hatte sie gesagt. „Stimmt, irgendwie passt
der Name nicht zu dir“, antwortete ich spontan. Er passte wirklich nicht zu
ihr. „Wer weiß, vielleicht gibst du mir ja irgendwann einen anderen Namen.“ Eine
Antwort, die sich nur unbewusst in meine Erinnerung schlich, denn ich war damals
weit davon entfernt, dem Gesagten in irgendeiner Form besondere Aufmerksamkeit
zu widmen.
Die Bedeutung, sollte sich mir erst zu einem späteren
Zeitpunkt erschließen.